Ausflug nach Barth

ehemaligen Darßbahn




Radfahren zählt schon seit längerer Zeit zu den beliebtesten Varianten der aktiven Freizeitgestaltung. Wer einmal etwas anderes als endlose Sandstrände sehen will oder falls das Wetter sich doch einmal von seiner nicht so sonnigen Seite zeigt, dem sei ein Ausflug entlang des Ostseeküsten-Radweges auf das vorpommersche Festland nach Barth empfohlen.
Große Teile des Weges von Zingst nach Barth führen auf asphaltierten Wegen auf oder entlang der Trasse der stillgelegten Darßbahn. Die Strecke führt bei Bresewitz direkt über die Meiningenbrücke. Das technische Denkmal verbindet die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst hier mit dem Festland. Die Drehbrücke für die aktuell stillgelegte Eisenbahn ist dauerhaft geöffnet, um den Schiffsverkehr zwischen Barther Bodden und Bodstedter Bodden zu gewährleisten. Straße und Radweg führen über eine Klappbrücke.
Die Öffnungszeiten und damit Sperrzeiten für den Straßenverkehr der Meiningenbrücke erfährt man unter
www.strassen-mv.de/de/verkehrsinfos/brueckenoeffnungszeiten/
Zwischen Mythos und Backstein
Barth ist weit mehr als nur ein „Tor zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst“. Wer hier nur durchfährt, verpasst eine Stadt, die den Charme der Backsteingotik mit einer Prise Seemannsgarn und einer faszinierenden Geschichte verbindet.Barth trägt stolz den Beinamen „Vinetastadt“. Der Legende nach soll das „Atlantis des Nordens“ – die prachtvolle Stadt Vineta – aufgrund des Hochmuts ihrer Bewohner in der Ostsee versunken sein. Forscher vermuten die überreste dieser sagenumwobenen Stadt in der Nähe von Barth. Auch wenn die Beweise im Schlick der Geschichte liegen, spürt man in den Gassen der Altstadt eine fast magische Atmosphäre.
Die Highlights der Altstadt
St.-Marien-Kirche: Das Wahrzeichen der Stadt. Von ihrem 80 Meter hohen Turm hat man einen spektakulären Blick über den Barther Bodden bis hin zur Ostsee.Adliges Fräuleinstift: Ein historisches Ensemble, das heute noch zeigt, wie standesgemäße Damen im 18. Jahrhundert untergebracht waren.
Dammtor: Das letzte erhaltene Stadttor aus dem 15. Jahrhundert, ein massives Zeugnis mittelalterlicher Wehrhaftigkeit.
Das „Tor zum Darß“ – Natur pur
Barth liegt direkt am Barther Bodden, einem Gewässer, das Segler und Naturliebhaber gleichermaßen begeistert. Wenn die Sonne langsam im Wasser versinkt und die Segelboote im Hafen leise gegen die Kaikante schlagen, entfaltet die Stadt ihre ganz eigene Ruhe.Besonders im Herbst wird der Barther Bodden zum Schauplatz eines Naturschauspiels: Tausende Kraniche rasten in den flachen Boddengewässern auf ihrem Weg nach Süden. Das trompetenartige Rufen der „Vögel des Glücks“ ist der Soundtrack der Region besonders im Frühjahr und im Herbst.
Kultur und Handwerk
Barth ist kein Freilichtmuseum, sondern eine lebendige Kleinstadt. Im Niederdeutschen Bibelzentrum kann der Besucher die berühmte Barther Bibel von 1588 bestaunen – die erste niederdeutsche Gesamtausgabe der Bibel.Rund um den Marktplatz und in der Langen Straße ziehen zahlreiche Geschäfte einheimische Kundschaft und Besucher der Stadt Barth an.
Wer es moderner mag, schlendert am Hafen entlang. Hier mischt sich Industriekultur mit moderner Gastronomie. In den alten Speichern wird heute gewohnt und gearbeitet, und der Duft von frisch geräuchertem Fisch aus den umliegenden Räuchereien gehört einfach dazu. Auf vor Anker liegenden Kuttern werden leckere Fischbrötchen und frischer Räucherfisch angeboten - der ideale Platz für eine genussreiche Rast auf der Radtour.
**Unser Tipp:** Rückfahrt per Schiff von Barth nach Zingst. Die Schiffe fahren stündlich. Das Fahrrad darf auch mit.

