Wieck und Born: Juwele am Bodden
Wieck und Born: Wo der Wald das Meer küsst
Wer den Darß besucht, sucht meist das wilde Rauschen der Ostsee und den weißen Sand von Prerow oder Ahrenshoop. Doch wer die Seele dieser Halbinsel wirklich verstehen will, muss sich vom offenen Meer abwenden und den Blick nach Süden richten – dorthin, wo das Land flach ausläuft und das Schilf im Wind flüstert. Hier liegen die Boddendörfer Wieck und Born, zwei Orte, die sich ihren ganz eigenen, leisen Rhythmus bewahrt haben.Wieck am Darß: Ein Dorf wie ein Versprechen
Wieck ist der Inbegriff von Ruhe. Es ist ein staatlich anerkannter Erholungsort, doch das klingt viel zu bürokratisch für diesen malerischen Flecken Erde. In Wieck scheint die Zeit nicht zu vergehen, sie scheint zu atmen.Das Tor zum Nationalpark
Wieck ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Von hier aus führt der Weg direkt in den Darßwald. Wer Glück hat, kann im Herbst das spektakuläre Schauspiel der Hirschbrunft miterleben – ein urgewaltiges Röhren, das durch die alten Buchen- und Erlenwälder hallt.Die Darßer Arche
Ein kulturelles Highlight ist die „Arche“. Das Besucherzentrum ist nicht nur architektonisch ein Hingucker, sondern beherbergt auch wechselnde Ausstellungen zur Natur und Kunst der Region. Hier wird deutlich: Wieck ist kein Museum, sondern ein lebendiger Ort, der seine Traditionen pflegt, ohne im Gestern stehen zu bleiben.Tims Fischkiste - Kult am Wiecker Hafen
Eine umgebaute Fahrradrikscha und einen Standplatz am idyllischen Wiecker Boddenhafen - mehr braucht der Einheimische Tim mit original Seemannsmütze und Fischerhemd nicht um mit seinen leckeren à la minute zubereiteten Fischbrötchen hungrige Radtouristen zu erfreuen.Born am Darß: Das (gefühlt) längste Dorf der Welt
Nur wenige Kilometer westlich von Wieck liegt Born. Es zieht sich kilometerlang am Ufer des Saaler Boddens entlang und wirkt dabei wie aus der Zeit gefallen. Born ist ein Ort für Entdecker, für Segler und für Menschen, die das Weite lieben.Der Borner Holm
Ein Spaziergang auf dem Borner Holm ist Pflicht. Diese weite Wiesenlandschaft direkt am Wasser bietet einen Panoramablick über den Bodden bis hinüber zum Festland. Hier kreisen Seeadler am Himmel, und im Frühjahr und Herbst rasten tausende Kraniche in den seichten Gewässern – ein Anblick, der selbst weitgereiste Naturfreunde ehrfürchtig werden lässt.Das Fischerkirchen-Idyll
Mitten im Dorf steht die kleine, reetgedeckte Fischerkirche. Sie ist schlicht, fast bescheiden, und gerade deshalb so ergreifend. Hier finden im Sommer oft Konzerte statt, bei denen die Akustik des Holzbaus eine ganz besondere Wärme entfaltet.Die Architektur der Fischer
Die Dorfstraßen sind gesäumt von rohrgedeckten Häusern, deren Reetdächer tief in die Stirn gezogen sind, als wollten sie die Bewohner vor zu viel Neugier schützen. Besonders auffällig sind die Darßer Türen: kunstvoll geschnitzte und bunt bemalte Holztüren, die oft Symbole wie Lebensbäume oder Sonnenräder zeigen. Sie waren einst der Stolz der Kapitäne und sind heute das Markenzeichen der Region.
Aktiv auf dem Wasser
Während Wieck eher zum Innehalten einlädt, ist Born ein Zentrum für Wassersportler. Durch die geschützte Lage des Boddens finden Kiter, Windsurfer und Segler hier ideale Bedingungen. Besonders romantisch ist eine Fahrt mit einem traditionellen Zeesboot. Diese braungesegelten Holzhüter des Boddens waren früher Arbeitsboote der Fischer und sind heute die stolzen Wahrzeichen der maritimen Kultur.Fazit: Zwei Seiten einer Medaille
Wieck und Born sind wie Geschwister: Sie ähneln sich in ihrer Bauweise und ihrer Liebe zur Natur, haben aber einen ganz unterschiedlichen Charakter.Wieck ist der Ort für den Rückzug, das Buch im Strandkorb am Bodden und die langen Spaziergänge im Wald.
Born ist weitläufiger, etwas geselliger und bietet mit seinem Hafen und den weiten Wiesen mehr Raum für Aktivitäten.
Beide Orte eint jedoch eines: Sie lehren den Besucher, dass Luxus nicht aus Marmor und Gold besteht, sondern aus dem Duft von feuchtem Reet, dem Schrei der Wildgänse und dem sanften Glitzern des Abendlichts auf dem ruhigen Wasser des Boddens.







